Diagnose

Nierenzellkarzinome werden häufig zufällig erkannt, etwa bei einer Ultraschalluntersuchung des Bauchraumes. Die Entdeckung erfolgt aber immer frühzeitiger, da die technische Qualität der Ultraschalluntersuchungen zugenommen hat und auch häufiger Untersuchungen durchgeführt werden. Derzeit werden fast 60% aller Nierenzellkarzinome in einem frühen Stadium entdeckt.

Wenn Sie Symptome haben, gehen Sie sofort zum Arzt und schieben Sie den Besuch nicht hinaus! Je früher die Diagnose erfolgt, desto besser sind Ihre Heilungschancen.

Besteht der Verdacht auf ein Nierenzellkarzinom, wird der Arzt zur Abklärung verschiedene Untersuchungen einleiten. Rechnen Sie mit einer Zeitspanne von Tagen oder Wochen, bis die endgültige Diagnose vorliegt.

Im Folgenden erhalten Sie einen Überblick über die gängigen Untersuchungsschritte. Weitere Informationen finden Sie hier.

Anamnese und körperliche Untersuchung

Zu Beginn jeder Untersuchung steht die Anamnese. In einem Gespräch wird der Arzt Ihren allgemeinen Gesundheitszustand abfragen und mit Ihnen die persönlichen Risikofaktoren klären. Anschließend erfolgt eine körperliche Untersuchung.

MRT-Gerät

Weiterführende Untersuchungen bei Krebsverdacht

Der Arzt wird Ihnen Blut abnehmen und Sie um eine Urinprobe bitten. Im Labor werden die beiden Proben auf Werte untersucht, die auf Krebs hindeuten können. Bestimmte Faktoren im Urin zeigen zudem, wie gut Ihre Nieren funktionieren.

In einem weiteren Schritt werden bildgebende Untersuchungen durchgeführt: Eine Ultraschalluntersuchung der Nieren und des Bauchraums und eine Röntgenuntersuchung mit Kontrastmittel (Urographie) zur genauen Darstellung von Nierenbecken, Harnleiter und Harnblase (siehe Untersuchungen).

Wie auch andere Krebsarten können Nierenzellkarzinome Metastasen bilden, sich also in anderen Körperregionen ausbreiten. Metastasen finden sich etwa häufig in den Lungen oder den Knochen, und seltener im Gehirn1. Wenn bei Ihnen Metastasen vermutet werden, gibt es weitere bildgebende Untersuchungen: eine CT vom Brustraum, Bauchregion und Becken, eine CT oder MRT vom Gehirn, und vielleicht auch eine PET-CT/MRT. (siehe Untersuchungen).

Die bildgebenden und Laboruntersuchungen können den Tumor meist schon gut beschreiben. Eine ganz genaue Bestimmung der Tumoreigenschaften ist aber erst mit einer Gewebeprobe möglich. Diese Probeentnahme erfolgt üblicherweise während der Operation.

Klassifizierung der Tumorerkrankung

Die Diagnose wird in international standardisierten Klassifizierungen ausgedrückt. Dazu gehören die TNM- (siehe Untersuchungen) und die histologische Einteilung, das meint das mikroskopische Erscheinungsbild. Die Stadien- und Histologie-Einteilung ist für Ihre Therapiemöglichkeiten entscheidend.

Metastasierte Nierenzellkarzinome werden abhängig von verschiedenen Risikofaktoren in unterschiedliche Risikogruppen eingeteilt. Je nach Anzahl der definierten Risikofaktoren ergibt sich ein Zahlenwert, ein so genannter Score, der eine Aussage zum Krankheitsverlauf (Prognose) zulässt. Es werden der so genannte MSKCC (Memorial Sloan Kettering Cancer Center Score) oder Motzer Score und der IMDC Score (International Metastatic Renal-Cell Carcinoma Database Consortium Score) unterschieden.

Fragen Sie Ihren Arzt nach der genauen Bedeutung dieser Klassifizierungen und Ihrer Einteilung!

Referenzen

1. Gong J et al. Metastasis in renal cell carcinoma: Biology and implications for therapy. Asian J Urol. 2016; 3(4): 286–292.